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Russland - ein Reisebericht: Teil 1

"Es ist besser, reich und gesund zu sein als arm und krank" (angeblich russisches Sprichwort)

Prolog

Verkehr in Russland
Mein Fahrlehrer hat einmal im Zuge der Motorradausbildung zum Thema "blindes Vertrauen in die Vorfahrtsstraße" gesagt: "Das kann man nur im Auto machen"
Mein Fahrlehrer war vermutlich nie in Moskau.
Wenn man von einer Seitenstraße aus versucht, in die Hauptverkehrsader der Vorstadt einzubiegen, hat man genau zwei Möglichkeiten: Entweder, man wartet bis etwa 3 Uhr nachts auf eine entsprechend große Lücke, oder man versucht einfach mal, sich irgendwie über die zwei Spuren zu schlängeln, um dann in die dritte nach links einzubiegen. Da man bei ersterer Version Angst haben muss, dank der anderen Wartenden aus den Nebenstraßen wieder nicht zum Zug zu kommen, bleibt nur die Schlängelvariante. Faszinierend ist, dass es funktioniert: Die aufmerksamen Fahrer bleiben wirklich stehen, um einen durchzulassen. Böse Zungen könnten sagen, es bleibt ihnen einfach nichts anderes übrig.

Straßen in Russland
...scheinen zu zwanzig Prozent aus Geschwindigkeitshubbeln zu bestehen, zumindest in den Wohngebieten. Den Rest der Fläche teilen sich Asphalt und Staub, sodass der Russe nichtmal Spray-on Mud braucht, sondern nur auf den nächsten Regenguss wartet, um dann einmal um den Block zu fahren.

Ampeln in Russland
Rentnerfreundlich ist dieses Land nicht. Zumindest nicht, was die Fußgängerampeln angeht. Aber zunächst zu den Leuchtzeichen auf den Straßen:
In den letzen zwei bis drei Sekunden der Grünphase beginnt das Lämpchen lustig zu blinken. Das anschliessende Gelb ist auf der gesamten Kreuzung synchron, das heißt, während meine Ampel auf Rot umsteigt, lässt der nette Typ von rechts bereits seine Kupplung kommen, da seine Ampel Rot-Gelb zeigt (wenn überhaupt. Manchmal wird diese unnütze Phase des doppelten Stromverbrauches auch einfach ausgelassen). Wer also noch schnell bei dunkelgelb durchbricht sollte eventuell mal zur Seite schauen, ob da gerade jemand an die Kreuzung kommt und in hoffnungsvoller Erwartung erst gar nicht bremst.
Auch die Fußgängerampel beginnt am Ende der grünen Zeit zu blinken. Anstatt eines Gelblichtes findet man hier allerdings eine Uhr, die manchmal die Rotphasen anzeigt (kann ich mir noch eine Kippe anstecken?), vor allem aber dem Fußgänger bei der Entscheidung hilft, ob er die Straße noch betreten sollte. Normalerweise nicht, denn die Grünphase reicht für einen jungen, sportlichen (*hüstel*) Kerl auf dem Höhepunkt seiner Kräfte (oh scheisse!) gerade so aus, die Straße zu überqueren. Nach dem Umschalten auf Rot gesteht man dem auf der Mitte stehenden Passant dann noch exakt genug Zeit zu, sich zu bekreuzigen. Danach bekommen die Fahrzeuge grünes Licht.

Wohnen
Der Kommunismus ist vorbei, seine Häuser stehen noch. Der unbedarfte Russlandreisende sollte sich also nicht zu sehr erschrecken, wenn er aus dem nagelneu anmutenden Mercedes seiner Gastfamilie direkt in ein stinkendes Treppenhaus eines Plattenbaus mit krummen Boden steigt und dort eine 2-Zimmer-Wohnung betritt, in der er vergeblich eine Dusche suchen wird. Wohnen in Moskau und Umgebung ist SCHWEINEteuer, hat mit Luxus aber dennoch nichts zu tun. Die Gastfreundschaft der Russen kennt hier jedoch keine Grenzen, teilweise schlafen Erwachsene Männer und Frauen in Schlafsäcken auf dem Boden der Küche, nur, damit der Gast sein eigenes Zimmer bekommt.

Verständigung
Hier nur ein kurzer Hinweis: Was die Sprachproblematik anging, war mein Fall einer der härteren im Austausch. Die Kommunikationsmöglichkeiten gingen dieses Jahr von "Es wohnt ein russischsprechender Magdeburger Zivi mit im Haus" über "Die Gastschwester lernt seit neun Jahren Deutsch" bin hin zu "Die gesamte Gastfamilie spricht ausgezeichnet Russisch"
11.7.09 15:24
 
Letzte Einträge: Aaand it's over - 2012 Teil II, Aaand it's over - 2012 Teil III, Vorsätze für lau!



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