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Russland, ein Reisebericht: Teil 5

"Du warst ein netter Zeitvertreib" (Eisregen)

Tag 7
Im Musem der Antifaschisten lerne ich, dass in Deutschland oft verschwiegen wird, dass es Leute gab, die gegen Hitler gekämpft haben. Ansonsten ist es ein guter Ort, mal die Propaganda auf beiden Seiten sehen zu können: Sehr gefallen mir die kleinen Bücher, die von Kommunisten in Deutschland verteilt wurden, deren Umschläge zum Schutz mit netten Titeln wie "Die Kunst der Selbstrasur - neue Wege männlicher Kosmetik" versehen waren.
Gleich darauf gibt es ein nettes Picknick an einem tollen See gleich in der Nähe von einer Gruppe orginal russischer Betrunkener - mit McDonaldsfutter. Zu viel Orginalität auf einmal ist auch nicht immer das Wahre....
Und schon folgt nach einer kurzen Besichtigung der Teefabrik in Plastikkitteln und Kopfhauben der Abschlussabend. Kleine Mädels in Miniröcken, die man an Geschlechtsgenossinnen ab einem gewissen Alter wohl richtig heiß finden würde, als Cheerleader, Mädels mit transparenten Oberteilen als Cheerleader, männliche Klassenkameraden als Cheerleader und eine Gruppe als Chor für "Moskau" von Dschingis Khan bereiten den Start einer Flaschenrakete, die betontermaßen "völlig ungefährlich" ist, vor.
Danach geht es nochmal zum Picknick. Ei, wer alles kommt, um uns Deutsche zu verabschieden! Russen, Deutsche, Fliegen, Mücken, Schnaken, Stechmücken, Nachtfalter,... alle sind sie da! Zum Abschluss gibt es dann nochmal ein richtiges Gewitter, diesmal jedoch in etwas angetrunkenerer Atmosphäre, wodurch der Sturm zum willkommmenen Stimmungsmacher wird. Leider zerstreut sich hier die Gruppe und so mancher Abschied fällt weniger herzlich aus als gewollt. Die Russen sind jedoch immernoch der Meinung, dass derartige Stürme nicht zur Normalität gehören...
Tag 8
Am Tag meiner Abreise wächst die Oma noch einmal so richtig über sich hinaus: Ich habe schon eine Stunder länger als nötig im Bett verbracht, damit ich nicht allzu lang stumm meine Löcher in die Luft starren muss (und, weil ich einfach gerne im Bett liege), aber die letzten zwei Stunden übernimmt sie vollends die Rolle der Übermutter: Grob geschätzte 10 mal unterbricht sie meine Meditationen und Revuepassierungen, um mir Nahrung anzubieten. Das Gewicht meines Koffers wächst laut der Familienwaage nochmal um ca 4 Kilogramm (wobei ich für diese Waage nichtmal deine Hand ins Feuer halten würde). Die Geschenkebilanz:
Mein Vater bekommt eine Flasche hochwertigen Wodka
Meine Mutter bekommt eine Packung guter Pralinen
Ich bekomme ein tolles Buch. Es ist wirklich gut geschrieben, literarisch wohl anspruchsvoll und trickreich, versichert man mir.
Es hat eine Besonderheit: Es ist russisch.
Ich habe einen Mangel: Ich kann kein Russisch.

Und dann geht es, eine Woche und doch keine fünf Kilo (wie gesagt, die Familienwaage...) später an den tränenreichen Abschied. Man könnte meinen, wir wären diejenigen, denen zum Heulen wäre, weil sie ein schönes Land verlassen und mit ihm viele Menschen, die beim Gegenbesuch nicht dabeisein werden. Hier beweist sich jedoch wieder die deutsche Gefühlskälte, denn es sind vor allem die Russen, die uns hinterherschluchzen.
Mädels (und zwei Jungs, die dabei waren), ich freue mich auf euren Besuch!

(der Beginnt dann nämlich morgen)

1.10.09 17:23
 
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