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Island schlägt zurück!

Ironie des Schicksals mal wieder: Kaum hat der Bayrische Landtag das verschärfte Rauchverbot abgelehnt und damit den Weg für das Volksbegehren frei gemacht, schon macht ein gewaltiger Raucher Probleme: Eyjafjallajökull. Klingt zwar wie ein Bayer, der seine freigewordene Zeit in Schnaps investiert hat, steht aber in Island und ist ein Vulkan. Während das Gesetz laut diversen Verbänden Wirtschaften zerstören soll, schlägt der Vulkan auf die Ökonomie*: Bis zu einer Milliarde Schaden täglich, rechnet der Chef des deutschen Industrie- und Handelskammertages vor. Man nehme dafür den Anteil des Jahresexportes über den Luftweg und teile ihn durch 365, in der festen Überzeugung, dass die heute nicht verkauften Waren morgen nicht mehr benötigt werden (bekanntlich stellen verderbliche Feldfrüchte den Großteil der Exporte unseres Agrarstaates).

Vertreter von Unternehmen, die noch ein paar Aktien loswerden wollen, sehen das naturgemäß etwas anders. Dennoch ziehen dunkle Wolken auf über Ramsauer, der das Flugverbot für Deutschland verhängt hat. Man wisse ja gar nicht, ob diese Asche tatsächlich Triebwerke verstopfe, das sei immerhin erst einmal passiert, und überhaupt, seit wann wird das Leben eines Piloten denn bitteschön so hoch eingeschätzt, die könnten sich doch mal ein Beispiel an den japanischen Kamikazefliegern nehmen!

Aber an mich denkt mal wieder keiner. Ich steh hier kurz vor dem Abitur (dem spitzfindigen Leser wird bereits der lange Zeitraum aufgefallen sein, in dem hier nichts mehr kam. Wird wohl noch ein Weilchen bleiben.Am 5.5. gibts aber vorraussichtlich ein kleines Schmankerl) und auf einmal schmeißen die Trottel alles um, was ich in dreizehn langen Jahren gelernt hab:
Zum Beispiel die just-in-time-Produktion eines Automobilherstellers aus Wolfsburg, die uns als der Weisheit letzter Schluss verkauft wurde: Die sparen sich einfach die Lagerhäuser, absolut genial, verarbeiten alles, wie's kommt, sind dabei nur darauf angewiesen, dass halt alles pünktlich kommt. Wenn mal Stau ist, gibts halt früher Mittagspause.
Tja, und heute? Heute ist der "kleine Haken" an der Sache sichtbar geworden, und auf einmal wird deutlich, warum man früher eben gerne Lagerhäuser baute.

Auch der Glaube ans Zinssystem ist erschüttert: Früher als das "achte Weltwunder" gepriesen (irgendjemand muss unbedingt mal die 8. Weltwunder zählen), ich lege einen Cent an, lege dann die Hände in den Schoß (meiner potentiellen Partnerin) und nach nur 200 Jahren ist das ganze exponentiell zu einem hübschen Sümmchen angewachsen, ohne, dass ich den Finger gerührt habe. Genial. So genial, dass irgendwann die Verlockung, 200 Jahre lang die Hände in den Schoß der Partnerin zu legen, dermaßen groß wird, dass immer weniger Leute arbeiten wollen, weshalb man Gelder an Leute gewinnbringend verleihen muss, denen man in der Fußgängerzone mit dem Argument "davon kaufen Sie mir doch eh nur wieder Schnaps" nicht einmal einen Euro überlassen würde. (Wobei die meisten Penner nicht einmal auf die Idee kämen, anderen Leuten Schnaps zu kaufen.)
Ich will hier ja nicht den Teufel an die Wand malen (bei meinem Talent würden die meisten das Ergebnis sowieso für eine Hirschkuh halten) und bin beileibe auch nicht der, der nun altklug behaupten kann, das schon immer gewusst zu haben, aber mal ehrlich:
Ein bisschen doof war das schon, oder?

Überhaupt kann man momentan massenhaft ein Schauspiel beobachten, dass ein Chamäleon glauben könnte, sein Hamster bohnert. Jahrzehntelang haben wir geglaubt, als Kapitalisten die Guten zu sein. Kaum nähert sich aber der Benzinpreis einmal den Kosten, die der Autoverkehr verursacht,  schon stimmen sich die Kehlen für die Internationale ein: Was fällt diesen Verbrechern hinter der Zapfsäule denn ein, ihre Preise einfach nach Angebot und Nachfrage abzustimmen?

Aber okay, das Thema lass ich lieber. Ich hab nämlich überhaupt keine Ahnung. Da ich nämlich für meine täglichen Strecken entweder eine Buskarte hab oder mich eben aufs Fahrrad schwinge, entkomme ich dem Zirkus. Und wie man aus den Reaktionen auf Köhler schließen kann, hab ich damit keine Mitspracherecht.






*Könnte man Wortspiele heiraten, ich würde diesem ewige Treue schwören.
21.4.10 20:24
 
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