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Aaand it's over - 2012 Teil I

War's das schon wieder? Echt schon vorbei?
Kaum hat 2012 angefangen, schon ist auch Weihnachten vorbei und Silvester steht vor der Tür. Der eine Tag im Februar hat's mal so überhaupt nicht rausgerissen, und die Zeitumstellung im Oktober, die wenigstens eine weitere Stunde hätte beisteuern können, wurde von der im März neutralisiert.

Und doch, es ist erstaunlich viel passiert, was den Blick zurück durchaus sinnvoll macht. Kommen Sie mit auf eine Reise in die Vergangenheit, in eine Zeit, die gar nicht so fern von der jetzigen ist und doch nie wieder zurückkehren wird.
Kommen Sie mit - auf einen aufregenden Ritt durch das vergangene 2012!

Januar
Völlig unerwartet erreicht uns am ersten Januar um Mitternacht die Nachricht: 2011 ist vorbei. Spontan hat sich 2012 bereiterklärt, befristet das Ruder zu übernehmen. Vor Freude fallen sich überall in der Zeitzone die Menschen um den Hals, stoßen mit pappsüßem Sekt an und schießen pyrotechnische Gegenstände in die Luft bzw das Fenster der Nachbarn. Nach etwa einer Stunde ist der größte Trubel vorbei, die ersten Häuslebesitzer kehren den Schutt zusammen, zwischen dem schon die ersten Vorsätze liegen.
Weniger Lügen, öfter mal bei Freunden anrufen, der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen: Das sind die Vorsätze, die gehalten werden.
So verabschiedet Frankreich ein Gesetz, welches das Leugnen von Völkermord unter Strafe stellt. Die Türkei weiß, wer damit gemeint ist: Hier gilt seit Jahrzehnten jede Erwähnung des Massakers an den Armeniern als "Beleidigung des Türkentums". Ein paar Streitereien später ist klar: Wird nix. Ein solches Gesetz ist mit der in der französischen Verfassung garantierten Meinungsfreiheit nicht vereinbar - und französische Verfassungsrichter werden künftig vom Verfassungsrichteraustauschprogramm vom BVG ausgeschlossen.
Wulff dagegen meldet sich mal wieder bei seinem alten Kumpel Diekmann. Der ist grade allerdings auf dem Pott, weshalb der Christian beim Kai eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlässt.
Blöd für Wulff, denn jetzt ist aufgezeichnet, wie er seinen Spezl bedroht und bekniet, doch gewisse Dokumente zu seiner Kreditaffäre zurückzuhalten. Ein Angriff auf die Pressefreiheit! Ein absoluter Tabubruch im Umgang mit den Medien! Plötzlich bekommt die Bildzeitung Zuspruch von der gesammelten Konkurrenz, und nur Birdy wundert sich, woher Wulff eigentlich Diekmanns Privatnummer hätte, wenn ein gewisser Kontakt im Sinne eines unausgesprochenen Tit for tat nicht schon vorher bestanden hat.
So langsam wird "wulffen" zu einem Synonym für das Abstauben von Sonderleistungen und es wird deutlich, dass dieser Präsident wohl nicht mehr allzu lang haltbar ist. Wenigstens droht ihm nicht das Schicksal von Ägyptens Ex-Kapo Mubarak, dessen Prozess ebenfalls im Januar beginnt.

Ansonsten steht der Januar im Zeichen des Willens: Das ägyptische Volk will die Muslimbrüder an der Macht sehen, das Volk von Stuttgart will den unterirdischen Bahnhof, amerikanische Soldaten wollen in Afghanistan ihren Harndrang nicht mehr unterdrücken, nur weil sie vor Leichen stehen, Ungarn will die Pressefreiheit beschneiden, Kapitän Scettino will seinen Fahrgästen die Inseln mal aus der Nähe zeigen und die Deutschen Politiker wollen die Vorratsdatenspeicherung. Bis auf den letzten Punkt konnten die Akteure ihren Willen durchsetzen, doch der dauert an. Und das, obwohl gerade im Januar eine Studie des Max-Planck-Institutes ergeben hat, dass die Vorratsdatenspeicherung in den Ländern, in denen sie eingeführt wurde, keinerlei positive Effekte hatte.
Aber gut, was stören uns Fakten. Dass jene Soldaten ihren Wunsch erfüllt bekamen war ja auch nicht gerade sinnvoll, da dürfen wir auch mal weg von der ständigen Rationalität.

Februar
Es wird demonstriert, es wird randaliert. In Deutschland geht es recht friedlich zu bei den Aktionen gegen Acta, während man sich in Ägypten allein wegen des Fussballs die Köpfe einschlägt. In Moskau gibt es Proteste gegen Putin, "Pussy Riot" werden verhaftet. Ein amerikanischer Prediger kündigt an, den Koran zu verbrennen, was wiederum zu Stress in der arabischen Welt führt.
Bei dieser Nachrichtenlage ist es natürlich schwierig, seinen Namen in den Medien zu platzieren - aber zum Glück gibt es ja Twitter. Und so sorgt Erika Steinbach mit einer kleinen Nachhilfestunde in Etymologie für Furore: Die NSDAP war ja eine linke Partei, denn bekanntlich steht das "s" ja für "sozialistisch".
Für zwei Politiker ist es im Februar Zeit, den Hut zu nehmen: Duisburgs Oberbürgermeister Sauerland wird gut anderndhalb Jahre nach der Loveparade-Katastrophe aus dem Amt gewählt, Wulff geht mehr oder minder freiwillig bei vollen Pensionsansprüchen. Der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Voßkuhle, wird gefragt und lehnt ab - eine gute Entscheidung, wie sich noch zeigen wird.
Ansonsten passiert nicht viel, weshalb sich die Medien mit Berichten überschlagen, wie kalt es in Deutschland ist. Unter gehen dabei die Meldungen, dass auch die Polizei im Social Media-Zeitalter angekommen ist sowie ein Urteil zur Schadensersatzpflicht Deutschlands aus dem zweiten Weltkrieg.

März
Im März streichelt Wulff dann endlich seinen großen Zapfen - ein Vorgang, der den Vuvuzelahändlern Berlins vor der EM noch einmal das Geschäft versüßt. In Russland ist man etwas disziplinierter und wählt wieder Putin, oder Medwedjew, je nach dem, wer von beiden gerade an der Reihe war, und auch in Uganda wird es eng für die Rebellen: Kony 2012, das Beste Beispiel, wie man mit einer Kampagne Aufmerksamkeit für ein Land erzeugen kann, dessen Namen man davor und auch 20 Tage danach vermutlich nicht einmal buchstabieren kann.
Schlagzeilen macht jedoch vor allem eine Umfrage des Innenministeriums:
So wird ermittelt, dass ein großer Teil der jungen Muslime in Deutschland sich selbigen gar nicht so zugehörig fühlen. Ob es vielleicht auch daran liegt, dass in unserer grandiosen Demokratie eine gewisse Zeitung noch vor dem Parlament über derartige Studien informiert wird, konnte nicht ermittelt werden.
Der März war, das muss man im Rückblick einfach mal sagen, kein sonderlich freundlicher Monat:
Viele Städte im Westen forderten die Abschaffung des Solis, Hartz IV für EU-Einwanderer sollte gestrichen werden, die Transfergesellschaft für Schlecker scheitert. Richtig hässlich wird es in Toulouse, wo ein wildgewordener Islamist Amok läuft. Deutschland zeigt sich allerdings auch nicht gerade von der Schokoladenseite, als die sonst als entspannt geltenden Ostfriesen in Emden beinahe zur Lynchjustiz gegen einen Unschuldigen greifen.
Doch auf einmal gibt es einen Lichtblick, und der kommt - man denke an Mariä Empfängnis - aus dem Nahen Osten: Israel loves Iran. Leider keine allgemeingültige Formel, aber immerhin eine vielbeachtete Aktion.
Tja...ansonsten...politisch...ach ja: Wir haben einen neuen Bundeschristian, auch wenn der jetzt Joachim heißt. Wäre ja mal interessant, wenn in Ägypten durch eine derart indirekte Kammer wie die Bundesversammlung ein Religionsgelehrter, der sich "sola scriptura" verbunden fühlt, gewählt würde...
29.12.12 17:46
 
Letzte Einträge: Aaand it's over - 2012 Teil II, Aaand it's over - 2012 Teil III, Vorsätze für lau!



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