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Waffeln

Douglas Adams hat es gewusst. Die Weltherrschaft zu vergeben ist eine
schwierige Aufgabe: Wer sie nicht will, nimmt sie nicht. Wer sie will, diskreditiert sich allein dadurch selbst.
Ich weite dieses Problem auf fast alle Arten von Waffen aus. Vor einiger Zeit
wurde in den USA bestätigt, dass jeder Amerikaner wirklich das
verfassungsmäßige Recht auf Waffenbesitz hat. Auslöser des ganzen war der
Rechtsstreit, weil ein Hausbesitzer einem fliehenden Einbrecher in Notwehr in
den Rücken geschossen hat. Man sollte sich auf der anderen Seite des großen
Teiches also in Acht nehmen, wenn man bedrohlich aussehende Waden hat.

Etwas jünger ist die Diskussion über Atomwaffen in Deutschland. Die USA hat
sich nämlich beschwert, wieso wir die von der Nato stationierten Bömbchen
eigentlich hinter so rostigen Zäunen aufbewahren, dass sie wohl selbst Osama
persönlich abholen könnte. (Der Satz ist natürlich übertrieben. Ich hab ihn
auch nur geschrieben, damit der Name bin Ladens Aufmerksamkeit erregt und
wenigstens der Geheimdienst mal den Zähler der Seite hochtreibt. Herzlich
Willkommen, Jungs und Mädels. Hab leider keine Cookies da)
Der Großteil der Bevölkerung wusste gar nichts von den Waffen und die meisten
in der Opposition sowie die SPD waren auch ziemlich schnell dafür, der Nato
die Fracht zurückzugeben. Die Union stellt sich jedoch quer (was die NPD dazu
sagt, weiss ich nicht. Geilen sich die Glatzköppe an der Macht auf, oder
stört es sie, dass es sich um Natoware handelt?). Find ich ausnahmsweise gut:
Natürlich ist es in einem relativ dicht besiedelten Land wie Deutschland
glatter Selbstmord, Atomwaffen zu bunkern. Die Dinger sollen zwar absolut
sicher sein, aber das erinnert mich nur an so ein Boot, dass im Jahre 1912 seine Junfernfahrt hatte. Wenn jemand will, dass die Waffen unter unseren Hintern explodieren, schafft er das auch, da wird ihn unsere bewaffnete Trachtentruppe kaum aufhalten können.
Aber Deutschland ist immer noch ein Land, dem ich den vernünftigen Umgang mit
diesen Geschossen durchaus zutraue. Der vernünftige Umgang ist selbstverständilcherweise, sie bis zum Ablauf des Haltbarkeitsdatums zu bunkern, ohne irgendwelchen Unfug mit ihnen anzustellen. Dass aber unsere Regierung irgendetwas von Bedeutung schafft, was nichts mit Diätenerhöhung oder weiteren Verboten zu tun hat, glaubt keiner mit Verstand mehr wirklich.

Wobei...einen Krieg hat man ja schon angefangen. Früher war die Bundeswehr
eine reine Verteidigungsarmee. Und weil es so selten vorkam, dass Polen
zurückschiesst, hat man sich in der Nato vorgestellt und deren Einsätze
unterstützt. So bleiben die Jungs - und mittlerweile auch Mädels - in Übung.
Nicht nur, um die Polen abzuhalten, sondern auch, um die Atomwaffen zu
beschützen, und die Einsätze waren bisher auch unumstritten menschlich.
Das ändert sich nun schleichend.
Aus der humanitären Aktion in Afghanistan wurde mit der Entsendung von
Tornados und einer Kampftruppe endgültig ein Kampfeinsatz. Der Innenminister
hat schon recht, wenn er den Einsatz des Heeres im Inneren fordert. Wenn wir jetzt nämlich wie die Kollegen auch Kollateralschäden verursachen, weil wir unsere Brandsätze auf Hochzeitsgesellschaften werfen, brauchen wir hier bald auch ein Recht auf Waffen, um uns gegen die Terroristen zu ernotwehren.
Wie genau man die mit Handfeuerwaffen aufhalten will, in einer Gesellschaft, die in den Innenstädten zu nichts als zum Gaffen zu gebrauchen ist, danach fragt zum Glück niemand.
8.7.08 21:24
 
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