Und da bleibst du auch! ... Herzlich willkommen, übrigens.
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Russland, ein Reisebericht
  Haftungsausschluss
  Wegweiser
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

https://myblog.de/das-niwoh

Gratis bloggen bei
myblog.de






"In die eine Richtung ist es eine Sackgasse. In die andere ist es ein Tor zur Welt."


Im Artikel "Heu Skins" habe ich mit leichter Ironie davon geschrieben, dass man als Blogger nur anerkannt wird, wenn man ordentlich auf die Tränendrüse drückt. Die Resonanz war enorm! Ich habe 5 mal so viele Mails auf diesen Eintrag bekommen wie normalerweise! (sollte jemand jedoch genug Mathematik beherrschen um die Zahl null ordnungsgemäß zu multiplizieren, so halte er bitte seinen klugen Mund, um mir diesen Triumph nicht zu zerstören. Danke.)
Diese übernormale Fülle an Zuschriften hat mich dazu veranlasst, einmal so richtig bloggermäßig zuzulangen und euch einen Tag im Leben des depressiven Birdy darzureichen. Wer gerne traurige Texte liest, überliest die darin vorkommenden Sternchen einfach und fühlt sich am besten persönlich angegriffen von einem der Abschnitte. Für alle anderen habe ich geschrieben, was die kleine, nette Stimme in meinem Kopf in diesen Momenten gesagt hat (Diese Stimme erklärt wirklich so einiges...)
Was ihr nun also vor euch habt, ist der 27. Mai 2009, und das gleich zwei mal. Ihr werdet mich in den privatesten Posen erwischen, deshalb bitte ich darum, diesen Internettext so geheim wie möglich zu halten. Nur, weil ich es hier veröffentliche, heißt das nicht, dass das gleich jeder wissen soll!

Morgens, zehn nach fünf, in Franken.(*1) Da trifft man - nichts. Fuchs und Has' sagten sich vor einigen Stunden "Gute Nacht", und daran hat sich bis jetzt nichts geändert. Zumindest nicht für sie. Für mich ist die gute Nacht vorbei.
Gestern Abend habe ich in meinen CD-Player, der mich mit seiner Weckfunktion immer aus den schönsten Träumen reisst, das JBO-Album "Explizite Lyrik" gelegt, dass die alten Wunden der Erinnerung einer unbeschwerten Jugend aufriss - so schön wie damals wird's nie wieder.
Dazu habe ich auf "Random" gedrückt, damit im grauen Alltagsbrei wenigstens ein FUNKE der Illusion von Abwechslung entstehen kann. Und was macht das Schicksal? Das erste Lied, was mir die Erlanger Rocker vor den Latz knallen, ist "Ein guter Tag zum Sterben". Sie haben sowas von recht.(*2)

Nach einigen Aktionen, die der Unterwerfung unter die Hygienezwänge unserer Gesellschaft gleichzusetzen sind, und einem ausgiebigen Frühstück (jeder Bissen ein schlechtes Gewissen) begebe ich mich auf den Weg in zum Schulbus, wo ich seit nunmehr acht Jahren jeden Morgen abgeholt werde um in der Lernfabrik das Hirn vollgestopft zu bekommen. Es scheint die Sonne, aber von ihrer Wärme spüre ich nichts. Es ist einfach nur arschkalt, aber ich kann keine Jacke mitschleppen, weil die ab dem Ankommen an der überheitzen Schule eh nur noch herumgeschleppt werden muss, was mich später, wenn der Schweiß dann am Nachmittag wieder läuft, nur weiter aufhitzt.(*3)

Nach zwei Stunden Unterricht(*4) beginnt die große Laberstunde: Der Biolehrer hat eine Doppelstunde zur Verfügung und verbraucht die erste davon fast vollständig, um einen Schüler auf eine von ihm selbst als "fies" bezeichnete Methode abzufragen, um danach stolz zu erzählen, dass er damit schon Schüler zum Heulen gebracht hat. Held! Die zweite Stunde wird genauso ergebnislos weitergeplaudert, wieder eineinhalb Stunden Leben verschwendet. Klasse.(*5)

In der Pause trete ich auf ein Stück Wurst. In unserer Informationsgesellschaft ist der Wohlstand offenbar zu verbreitet, jetzt schlachten wir schon Tiere auf bestialische Weise und dann wird ihr Fleisch auf irgendwelchen Böden geschmissen, um Stolperfallen für jeden aufzubauen, der nicht im Duckmäusertum auf den Boden starrend durch die Welt geht. Um nicht zu weinen, versuche ich zu lächeln(*6), und bekomme ein dämliches Grinsen die nächste halbe Minute nicht mehr vom Schädel.
Unterwegs zur Toilette begegnet mir ein Mädchen, dass heute ihren 16. Geburtstag feiern darf. Wehmütige Erinnerungen ereilen mich an eine Zeit, die damals so schwer wirkte und nicht genossen wurde, unwissend der Tage, die noch kommen sollten. Sie gibt mir unbedarft ein Stück Kuchen und ich darf damit auf dem Klo herumhantieren. LECKER! (*7)

Die nächsten zwei Stunden muss ich eigentlich Physik lernen. Eine von diesen roten Minispinnen, die man oft auf Steinen findet, wandert über unsere Bänke und mein Heft(*8). So weit ist es also in dieser Bruchbude mit der Hygiene her!(*9) Das arme Tier muss vermutlich verhungern. Ich würde gerne mitmachen.(*10)

 

 

------------------------------------------------------------------------------------

*1: Hey, guter Mann, 5:10 ist einhalb, und die Hälfte, die schon wach ist, bin mal garantiert NICHT ich, okay?
*2: Cool, der singt "Heut ist ein guter Tag!"
*3: Also Temperaturmäßig kanns nur noch bergauf gehen
*4: Nur noch zwei mal schlafen bis Mittag!
*5: Lernen tu ich heut nur aber das, was neu im Heft steht, damit das klar ist!
*6: Wenn man auf Bananenschalen und auf Wurst ausrutschen kann, wie glitschig muss dann Wurst aus Affen sein, die ja zum Großteil aus Bananen bestehen?
*7: Der Gamer würde sagen: Skillz of Einhändig-pinkling: + 4
*8: Ob die sich wohl von Milben ernährt? Findet die überhaupt genug davon, um zu überleben?....
*9: Jepp!
*10: Aber heut Mittag gibts doch Pfannkuchen?!

28.5.09 21:27
 
Letzte Einträge: Aaand it's over - 2012 Teil II, Aaand it's over - 2012 Teil III, Vorsätze für lau!
s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung