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UBS - die Pannenshow

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe mich mittlerweile so sehr an Zahlen in der neunten Zehnerpotenz gewöhnt, dass diese Meldung fast an mir vorbeigegangen wäre:
Ein Schweizer Banker hat es geschafft, 1.5 Milliarden Euro in den Sand zu setzen. Der genannte kommentierte das Malheur mit einem saloppen "Hoppla" und muss nun in der Untersuchungshaft über seine Übeltaten nachdenken: Der Mann hat die Sicherheitssysteme der Bank so gut ausgetrickst, dass er bis zur Selbstanzeige unbehelligt blieb.

Man kann nun viel über den Spieltrieb des kriminellen Zockers lamentieren, der offenbar jedes Gefühl für Zahlen verloren hat und leichfertig das Geld anderer Leute verpulvert. Ich möchte allerdings einmal zu einer anderen Betrachtungsweise einladen.
Wir halten fest: Er hat nicht in die eigene Tasche gewirtschaftet. Es gibt nun natürlich die Möglichkeit, dass er trotzdem einer gewissen Spielsucht verfallen ist - ich habe in meinem letzten Jahr am Gymnasium auch viele Stunden beim Schafkopf verloren, ohne dabei einen einzigen Cent zu wetten.
Viel wahrscheinlicher aber scheint mir, dass die Geschäftsleitung der Bank eben doch nicht gar so geschockt vom riskanten Treiben ihrer Untergebenen ist. Wenn der Chef der Deutschen Bank noch im Jahre 2009 ein Planziel von 25% Rendite vorgibt, lässt das tief blicken und darauf schließen, dass tollkühne Finanzjongleure in diesem Milieu wohl eher als große Vorbilder gelten - Erfolg vorrausgesetzt.
Auch die Alibi-Sicherheitsmechanismen scheinen in diesem Falle für mich die gleiche Bedeutung zu haben, wie die vielen weltfremden Vorschriften in tausenden Betrieben auf der ganzen Welt, bei denen der ach-so-hippe Chef gerne mal ein Auge zudrückt: Auch die spielen im Geschäftsalltag natürlich nie eine Rolle. Sie werden erst dann wichtig, wenn man sich von dem betreffenden Arbeitnehmer trennen möchte.

Aber solange unter Umgehung der Schutzeinrichtungen Gewinn eingefahren wird, wäre doch jeder Chef ein Rindvieh, die hehren 25% zu gefährden!

Wie man das Problem lösen könnte? Nun, solange jeder noch wie selbstverständlich davon ausgeht, dass sein Geld automatisch mehr wird, sobald es einen Monat bei der Bank liegt, und solange jeder fasziniert auf die Zinserträge sieht und generell die 4% den 3% vorzieht, egal, auf welche Weise der zusätzliche Döner pro 300 Euro Einlage fabriziert wird, solange wird die Wirtschaft weiter wachsen müssen wie der Schimmel auf dem Brot, das ich neulich beim Ausmisten der Küche gefunden habe. Man muss eben entscheiden, was man will. Mit der Rendite ist es da nicht anders als mit dem Sprungturm im Freibad:
Höher hinaus steigert die Coolness beim Köpfer, aber eben auch die Schmerzen beim Bauchplatscher.

16.9.11 22:06
 
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